Wie fragwürdig ist Anti Miner?

5. Januar 2018, von Redakteur

Das Chrome-Plugin „Anti Miner“ soll das Drive-by-Kryptomining unterbinden. Doch nun steht es unter Verdacht, selbst eine hohe CPU-Last zu erzeugen. Drive-by-Kryptomining bedeutet, dass Website-Betreiber für das Mining von Kryptowährungen unerlaubt und unbemerkt die Client-Rechenressourcen von Website-Besuchern nutzen. Miner wiederum werden benötigt, um angeforderte Transaktionen zu bestätigen, sie sind demzufolge äußerst relevant für das Prinzip der Kryptowährungen, benötigen jedoch viel Rechenpower.

Was sagt die CPU-Last aus?

Die CPU-Last beschreibt den Zustand des Hauptprozessors eines Computers. Sie wird dabei prozentual angegeben und es gilt, je mehr Rechenzeit für die Ausführung aktueller Prozesse benötigt wird, umso höher ist die CPU-Last. Hat der CPU mehrere Rechenkerne, desto geringer ist die Beanspruchung jedes einzelnen Kerns, was bedeutet, dass auch die CPU-Last geringer ausfällt.

Was passierte bisher?

Anti Miner wurde im Januar 2018 aus dem Webstore von Google entfernt. Das Programm stand unterdessen mehrfach unter Verdacht, mathematische Berechnungen durchzuführen, um die Transaktionen von Kryptowährungen zu bestätigen und somit als Belohnung neu erschaffene Kryptowährungen einzunehmen. Auch wenn nicht sicher bewiesen ist, dass das Plugin Kryptowährungen schürft, entfernten verschiedene Quellen, zum Beispiel das IT-Onlinemagazin ComputerBase, Verlinkungen zum Browser-Plugin vorsorglich.
Auffällig ist jedoch, dass manche Anwender von einer sehr hohen CPU-Last berichten und andere Nutzer weder eine ungewöhnlich hohe CPU-Last mit dem Plugin beobachten konnten noch verdächtige Codezeilen bei der Prüfung des Quellcodes feststellten. Ebenfalls fragwürdig bleibt, warum Google das Plugin aus dem Chrome Web Store entfernte. Doch alleine die Tatsache einer hohen CPU-Belastung, die manche Anwender mit einem Screenshot belegten, ist kein eindeutiger Nachweis, dass Anti Miner selbst Kryptowährungen schürft. Naheliegend ist der Verdacht, dass das Tool entgegen seiner eigentlichen Aufgabe arbeitet dennoch.
Kurz nachdem das Plugin aus dem Chrome Webstore verschwand, war auch die Firefox-Version nicht mehr bei den Mozilla-Add-Ons auffindbar. Eine Ursache konnte bisher nicht erforscht werden. Sowohl die Website als auch die E-Mailadresse der Entwickler sind nicht erreichbar.

Sollte Anti Miner nicht mehr genutzt werden?

Genaue Analysen des Plugins waren bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht umsetzbar. Da das Verhalten jedoch als sehr fragwürdig gedeutet werden kann, raten Experten vorerst von der Nutzung von Anti Miner ab. Besonders, dass das Plugin sowohl aus dem Chrome Web Store als auch aus den Mozilla-Add-Ons verschwand, wirft Fragen auf. Es ist anzunehmen, dass es dafür einen guten Grund gibt, der aber momentan noch nicht klar ist. Auch die Tatsache, dass die Entwickler des Tools nicht erreichbar sind, lassen Zweifel bei den 50.000 Nutzern von Anti Miner zurück.

 


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