Wie öffne ich als Privatanwender EPS-Dateien?

15. Januar 2018, von Redakteur

EPS steht für Encapsulated PostScript und beschreibt eine Grafikdatei, die in der Seitenbeschreibungssprache PostScript verfasst wurde. Die Besonderheit an EPS liegt darin, dass immer nur eine Seite beschrieben wird, was bei allgemeinem PostScript anders ist. ESP fungiert als Containerformat und beinhaltet Bitmap- und Vektorgrafiken. Dabei handelt es sich um Grafiken, die auf berechneten Linien, Kurven und Flächen beruhen und am Computer zusammengeführt wurden. Vektorgrafiken finden zum Beispiel in der Gestaltung von Firmenlogos Anwendung, da sie, auch wenn sie sehr großgezogen werden, nicht verpixeln.

Da EPS-Dateien hauptsächlich im Profibereich Anwendung finden, stehen im privaten Bereich oft nicht die benötigten Programme zum Öffnen und Weiterverwenden zur Verfügung. Profis nutzen dazu meist Adobe Illustrator, Photoshop oder InDesign – teure Programme die sich nicht jeder privat zulegen möchte.

Welche kostenlosen Programme öffnen EPS-Dateien?

Mit The Gimp und IrfanView, beides kostenlose Programme, können EPS-Dateien geöffnet werden. Dazu ist allerdings etwas mehr nötig, als lediglich die jeweilige Installation der Hauptanwendung. The Gimp, eine Gratisalternative zu Adobe Photoshop, kann das Öffnen von EPS-Dateien etwas einfacher beigebracht werden, jedoch sollte dazu erst der teilweise komplizierte Umgang mit dem Programm erlernt werden.
Bei IrfanView handelt sich hingegen vor allem um einen Bildbetrachter, der lediglich einfache Bearbeitungstools, wie Zuschneiden oder das Ändern von Format und Größe, anbietet. Wer bloß EPS-Dateien öffnen möchte, ist mit IrfanView gut beraten.

Wie funktioniert‘s?

Um mithilfe von IrfanView EPS-Dateien zu öffnen, werden neben IrfanView die IrfanView-Plugins sowie GhostScript benötigt. Besonders wichtig ist es dabei die Linie der gewählten Systemarchitektur kontinuierlich zu verfolgen. Das bedeutet, dass zum Beispiel mit einem 32-Bit-System auch die 32-Bit-Version des Programms verwendet werden muss. Bei einem 64-Bit-System ist zwar auch die Verwendung einer 64-Bit-Version möglich, jedoch muss dann auch die 64-Bit-Version der Plugins und von GhostScript angewandt werden. Wer sich nicht sicher ist, über welches System der eigene Computer verfügt, findet das recht einfach heraus. Im Windowsexplorer ist in der linken Spalte „dieser Computer“ aufgelistet. Via Rechtsklick lassen sich die Eigenschaften aufrufen, zu denen auch der Systemtyp zählt.

Um IrfanView zu nutzen, muss zuerst die Setup-Datei installiert werden. Anschließen kann manuell eingestellt werden, ob IrfanView beispielsweise Standartbildbetrachter werden soll. Mithilfe einer langen Liste von Dateitypen wird eine Änderung der aktuellen Dateitypenzuordnung abgefragt. Ist alles wie gewünscht eingestellt, wird die IrfanView-Plugin-Datei installiert. Anschließend muss noch GhostScript in der korrekten Version heruntergeladen und installiert werden. Zur Installation von GhostScript wird IrfanView geschlossen. Nun muss eine EPS-Datei nur noch per Rechtsklick mit IrfanView geöffnet werden. Dort kann sie angezeigt und in Form von unterschiedlichen Dateitypen gespeichert werden.

GhostScript

Wer mit The Gimp arbeiten möchte, sollte zuerst GhostScript installieren und im Anschluss The Gimp. Während der Installation von The Gimp entdeckt das Programm im Normalfall das bereits vorhandene GhostScript. Wird die EPS-Datei mit The Gimp geöffnet, zeigt das Programm einen Importdialog an. In diesem Fenster kann bei Bedarf die Höhe der Auflösung, in der die Datei gespeichert werden soll angepasst werden. Nachdem die gewünschten Einstellungen vorgenommen wurden, wird die Datei unter Verwendung der Schaltfläche „Exportieren als“ gespeichert. Sind alle Einstellungen korrekt und die Datei entsprechend gespeichert, kann sie nun ohne Weiteres in andere Programme eingefügt werden.

 


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