Plugin-Kontrolle von Google gesperrt

5. August 2017, von Redakteur

 

office-625893_640Seit Chrome 57 haben die Nutzer weniger Kontrolle über deren Plugin-Verwaltung. Die Übersichtsseite ist verschwunden und die Plugins lassen sich im Allgemeinen sehr viel schwieriger abschalten. Ohne dass man einen Umweg gehen muss, ist die Abschaltung teilweise auch gar nicht mehr möglich.

Verlieren die Chrome 57-User Ihre Plugin-Verwaltung?

Es gibt zwar Optionen im Umgang mit Plugins wie etwa Widevine oder dem PDF Viewer, aber nur sehr eingeschränkt. Bereits deaktivierte Plugins können sich bei jedem Neustart wieder neu aktivieren. Es kommt der Verdacht auf, dass Google mit Chrome 57 die Plugin-Konfiguration für seine Nutzer noch weiter erschweren möchte.

Bisher konnte man über chrome://plugins das Verwaltungs-Interface aufrufen. Doch mit Chrome 57 ist die verschwunden und es taucht eine Fehlermeldung auf. Man hat als Nutzer das Gefühl die Kontrolle über die Plugins zu verlieren. Mittels Browser-Einstellungen lassen sich immerhin noch Vorkehrungen für die Anwendung von Flash oder dem PDF Viewer vornehmen. Schwieriger bis hin zu unmöglich lässt es sich an der Widevine-Software herumfummeln.

Chrome Verzeichnis

Man kann sicherlich davon ausgehen, dass neben der oben beschriebenen Software auch andere Plugins von Google zum Pflichtprogramm werden könnten. Momentan kann man sich als User noch etwas wehren, denn man kann wie folgt vorgehen: Öffnen Sie das Chrome Verzeichnis unter Application.

Wählen Sie den Ordner der genutzten Chrome Version und löschen Sie alsdann den Ordner WideVineCdm. Sollten Sie sogar dauerhaft ohne dieses Plugin leben möchten, so müssen Sie allerdings diesen Weg jedes Mal aufs Neue nach einem Update wiederholen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Zwangsmaßnahme der Plugins auf den Chrome-Marktanteil auswirken wird. Jedenfalls geht es bei den Konkurrenten wie Firefox da noch deutlich entspannter zu! Google rechtfertigt sich damit, dass es sich bei den Diensten von Widevine oder Native Client nicht um Dienste von Dritten handele. Es handele sich sogar um einen sogenannten „integralen Bestandteil“ von Chrome.

Abschalten von Plugins

Dies wird den Anwender wohl kaum überzeugen, denn die Möglichkeit ein Plugin abzuschalten, sollte doch schon dem Nutzer überlassen sein. Außerdem kann der nicht Google-Versierte gewisse Schritte zum Einschränken oder Abschalten von Plugins gar nicht überschauen, bzw. ausführen. Da ist Ärger vorprogrammiert! Es bleibt bis dato abzuwarten, ob dieser neu eingeschlagene Weg von Google weiter verfolgt wird, oder ob die Tendenz doch wieder hin zur Nutzerfreundlichkeit und Entscheidungsfreiheit gehen wird. Bislang haben jedenfalls keine Kontrahenten die Vorgehensweise von Google kopiert oder adaptiert. Auch dies gibt zu denken! Es scheint sich wieder einmal um einen Google-Alleingang zu handeln. Man darf auf die Zukunft gespannt sein!

 


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